Fastnachtsgruppen |
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Seeräuber |
Boozemänner |
| Denkt man an den Anfang zurück, dann glaubt man es nicht.
Wir, die von Beginn an dabei sind, fragen sich, wo ist denn die Zeit geblieben? Nun,
realistisch gesehen, akzeptieren wir das selbstverständlich und erinnern uns gerne. Ja, wie war das damals vor 1977? Da war zunächst einmal das "Cafe Mayer", und darin gab es einen Stammtisch, u.a. mit den Altbürgermeistern Ludwig Steinmetz und Stefan Schmitt, wie Sterkel, Jean, Lautspecher, Fache-West, Heini Braun u.a. Und wie es eben so normal ist, wurden diese Leute älter und älter. Sie hatten dann nicht mehr die nötige Energie, einen Fastnachtsumzug durchzustehen. Ihren Stammtisch hielten sie weiter in Ehren und schauten sich dieses Spektakel lieber von außen an. In diesem Umbruch liefen einige deren Söhne, wie Michael Steinmetz, Peter Schmitt und Karlheinz Braun beim Stammtisch "Cafetier Mayer" schon mit. Na ja, dann übernahmen eben die Jungen das Zepter. Und es hieß seit 1977: "Cafetier Mayer" vorbei, es leben die "Boozemänner". Nicht, daß jetzt bei dem Leser ein Irrtum aufkommt; das ist kein reiner Männerclub, sondern die Truppe ist ordentlich durchwachsen. Wir konnten uns doch schlecht "Sumpfrohrkolben" mit "Sumpfrohrkolbinnen" nennen. Auch ist der Begriff "Boozefrauen" nicht geläufig. So ließ sich die weibliche Seite eben eingliedern, und es entstand die Fastnachtsgruppe: die "Boozemänner". Wir müssen schon sagen, in den Jahren ist unsere Gruppe homogen gewachsen. Zurzeit zählen wir 49 Erwachsene und 11 Kinder. Ja, und wie der Lauf des Lebens so ist, tragen sich heute schon einige mit dem Gedanken, sich auch den Zug von außen ansehen zu wollen. Unser erstes Kostüm hatte das fastnachtlichste Thema mit "Äla und die Gänserchen". Es folgten "Musik-Clown", "20er Jahre", "Zigeuner", "Wilder Westen", "Windrädchen", "Spessarträuber", "Weinbauern", "Vogelscheuchen", "Beduinen", "Konfettibomben", "Oktoberfest", "Reisbauern", "Fetzenkostüm I". Dieser Umzug im Jahre 1990 war äußerst stark verregnet und verstürmt, so daß der Umzug so gut wie ausfiel. Ganz ausgefallen ist er dann im darauffolgenden Jahr 1991 durch den Golfkrieg. Doch unsere letzte Umzugsgarderobe hing ja noch im Schrank. Wir konnten also 1992 das "Fetzenkostüm" zum zweiten Male tragen. Es lief dann normal weiter mit "Marsmenschen", "Stehaufmännchen", "Fledermäuse", "Seeräuber", Papageno" bis hin zur "Blechtrommel-Armee" aus der Augsburger Puppenkiste. Wir sind eigentlich eine normale Fastnachtsgruppe. Das zeigt sich darin, daß wir uns einmal im Monat treffen, Kellersitzungen abhalten, kurze und längere Ausflüge unternehmen, quasi die außerfastnachtliche Geselligkeit pflegen, die Kostümvorschläge ausdiskutieren, den Wagenbau durchdenken, an Fastnacht in der Gruppe weggehen und, und, und. Doch eines ist wichtig zu erwähnen: Wir haben Gott sei Dank nicht alle die gleiche Meinung. Wir haben aber einen Vorstand, einen Vergnügungsausschuß, einen Jugendausschuß, einen Wagenbauausschuß. Auf diese Art kriegen wir es immer wieder hin. Wir haben viel Spaß. Und wenn die Kampagne leider vorüber ist, freuen wir uns närrisch aufs nächste Jahr. Es stellten sich vor: die "Boozemänner" mit einem dreifachen Dibborsch Äla, Dibborsch Äla, Dibborsch Äla! |