Fastnachtsgruppen

 

Trottwaklobber

       Hubba-Zubba-Prinzefresser                              

Trottwaklobber 1975 e. V.

 
25 Jahre Spaß und viel Idealismus an der Dieburger Fastnacht!

Als die Gruppe 1975 bei unserem "Grubbebabba" Bernd Wolfenstädter gegründet wurde, hätte niemand gedacht, daß man bei so viel Arbeit im Vorfeld der Fastnacht so viel Spaß haben könnte. Manch lustige Begebenheit hat sich in jenen Jahren zugetragen:

So haben fünf Trottwaklobber bei den Florentinischen Malern von Rosenmontag auf Fastnachtdienstag ihre Kostüme in einer Nacht- und Nebelaktion, mit viel Hilfe und Aufregung, ohne Schlaf und immer den Druck der verrinnenden Zeit im Rücken, genäht, nur weil sie die Schneiderin kurzfristig versetzt hatte. Oder ein anderer Trottwaklobber mußte im Auftrag der Gruppe für das Kostüm der Sultane mit den wackelnden Turbanen zwei Sexshop-Puppen an seinem Arbeitsplatz mit Helium aufblasen, um zu testen, ob diese vom Gewicht her auf fliegenden Teppichen sitzen können. Natürlich hatte er sich in seinem Labor eingeschlossen, immer mit der Befürchtung, es könnte jemand kommen und er wäre im Verzug, dies zu erklären.

Gruppenorden der Trottwaklobber

Oder bei den Indianern mußten 22.000 Federn aufgewickelt werden und keiner außer unserem Grubbebabbe wußte, was da auf uns zukommen wird. Seitdem fragen alle jedes Jahr: "Bernd, ist es viel Arbeit?" Und Bernd sagt jedes Jahr: "Nein, es ist wesentlich weniger Arbeit als letztes Jahr..." Na ja, und dann werden es doch wieder etliche Abende.

Seit dem 11.11.2000 sind die Trottwaklobber ein eingetragener Verein und führen den Vereinsnamen "Fastnachtsgruppe Trottwaklobber 1975 e.V.". Zurzeit haben wir 66 Mitglieder, von denen 50 am Fastnachtszug 2001 teilnahmen.

Wie entsteht nun ein echtes Kostüm für den großen Dieburger Fastnachtszug?

Bei der Ideenfindung müssen alle mit beitragen - meist sind die sog. Schnapsideen die besten. Es sollte wenn möglich auch etwas Lustiges mit den Zuschauern am Umzug gemacht werden können, damit auch die nicht nur den optischen Spaß an der Dieburger Fastnacht haben.

Dann geht unser Babba an die Arbeit und bringt die Idee oder das Thema auf Papier und macht sich Gedanken, wie wir dies oder jenes in die Realität umsetzen können, aus welchem Material es sein soll, ob unser finanzieller Rahmen ausreicht - und und und...Immer nach dem Motto:

Es muß Spaß machen, wir müssen es selbst herstellen können, es darf möglichst nichts kosten und es muß toll aussehen!

Gleich im Frühjahr nach der Fastnacht ist die Vorstellung. Alle sind gespannt, dann wird groß diskutiert, eventuell Verbesserungen vorgenommen. Wenn diese "Streitphase" beendet ist, kauft unser Babba und seine Frau Andrea den Stoff und das Material ein und das erste Kostüm entsteht. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit - die Kostümvorstellung im September: Zum ersten Mal sehen wir das neue Kostüm greifbar vor uns. Hier zeigt sich immer wieder, daß eine gute Vorarbeit das A und O bei jedem Kostüm ist, denn groß Änderungen sind jetzt aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich.
 
Nun beginnt unter Anleitung unserer Andrea das Gruppennähen. Wir treffen uns dann ab Oktober, je nach dem, wieviel Arbeit das Kostüm macht, zwei bis drei Mal die Woche abends in einem Partykeller zum Nähen. Hier steht jedoch neben dem Nähen die Geselligkeit immer auf der selben Prioritätsstufe.
 
Im Dezember sind die Näharbeiten weitestgehend abgeschlossen - dann ist Weihnachtspause. Ab Januar beginnen dann die Bastelabende. Jetzt kommt wieder unser Grubbebabba zum Zug: Unter seiner Anleitung wird der Bastelteil des Kostüms erstellt und manch eine Flasche geleert. Bis dann der große Tag des Fastnachtsumzuges bevorsteht, ist die Zeit immer sehr knapp. Aber bis jetzt waren am Fastnachtsdienstag zur Zugaufstellung immer alle fertig.
 
An Fastnachtdienstagmorgen treffen wir uns dann ab 8.00 Uhr zum Schminken. Hier herrscht ein geordnetes Durcheinander wie in einem Ameisenhaufen. Alle sind aufgeregt und fertig vom Feiern an den tollen Tagen. Nach dem gemeinsamen Pizzaessen geht's los...zum Aufstellen! Und jedes Jahr kann man das selbe beobachten:

Unser Grubbebabba rennt einige hundert Meter vor, bleibt stehen, dreht sich um und läßt die Gruppe auf sich zukommen - um selbst zum ersten Mal das zu sehen, was er sich beim Entwurf des Gruppenkostümes gedacht hat und ob es in der Gruppe auch optisch wirkt. Wenn wir dann bei ihm ankommen, wird bei dem einen oder anderen noch schnell die eine Kleinigkeit gerichtet und dann geht's gemeinsam zum Aufstellen.
 
Und bis wir dann am Aufstellplatz angekommen sind, hat dieser Älamensch schon das nächste Kostüm im Kopf und alle fragen ihn dann: "Sag' mal, Bernd...was machen wir nächstes Jahr?"
 
So entstanden Kostüme wie:
 
Invasion von der Milchstraße, Häfner (Töpfer), Tataren, Torero, Karneval in Rio, Tempeltänzer, Atlantis, Samurai, Geschenkpäckchen, Fastnachtsmotten, Rokoko (11jähriges), Flickmännchen, Hühner, Florentinische Maler, Feuer und Eis, Sultane und ihre wackelnden Turbane, Satarasch (mit echten Ochsenschädeln auf dem Kopf), Straußenreiter, Indianer, Piraten, Ägypter (22jähriges mit wackelndem Wagen), Kühe, Spinnen, Maharadscha und seine Rani, Cyberritter, Humba-Zumba-Prinzefresser, Puddelnackisch, Kuli-Muli als wackeliger kopflastiger Lastenträger, Hummer, Oarchideen und Gärtner, Äla-Wächter.

Im Jahr 2001 hatte die Gruppe das Geschenk, einen Prinzen aus ihren Reihen zu erhalten. Aus dem Bahnhof kam Prinz Peter II., General vun de Bautrupp - Wammes-Klobber der Trottwahupp (Peter Wolfenstädter).

Auch wollen wir nicht vergessen, dass unser Gruppebabba 1971 schon Kinderprinz war - Prinz Bernd I., von Wammes-Schreinerhannes (Bernd Wolfenstädter). Ab 2005 übernahm er jetzt das Amt des KVD-Sitzungspräsidenten und ab 2006 ist er zusätzlich noch Hofmarschall. Es ist einfach ein Fastnachtsverrückter.

2008 kam aus unseren Reihen Prinzessin Jennifer I., Edle Visagisten-Fee vom Äla-Kinderkomitee, Jennifer Stelzig.
 
Aber auch anderweitig ist die Gruppe sehr aktiv. So waren wir im Mai drei Mal in der Partnerstadt von Dieburg, in Aubergenville (Frankreich) zum dortigen großen Frühjahrsumzug und haben mit viel Erfolg am Preisumzug teilgenommen (zwei Mal erster Platz, ein Mal zweiter Platz).
 
Wir hatten bei allen KVD-Gruppenfesten einen Stand oder ein Zelt aufgestellt und auf dem Schloßgartenfest haben wir vier Mal den Käsestand und sechs Mal den Cocktailstand ausgerichtet. Nebenbei treffen wir uns an jedem 11. im Monat und machen verschiedene Aktivitäten wie Grillen oder Ausflüge. Wir haben halt das ganze Jahr Fastnacht im Kopf und mit den Vorbereitungen dafür meist noch mehr Spaß - daß man sagen könnte:
   
Der große Dieburger Fastnachtsumzug ist wohl das wichtigste Ereignis im Jahr eines Gruppenfastnachters, aber dennoch nur das Ausrufungszeichen hinter dem Satz, was eine Fastnachtsgruppe ausmacht!

Kontakt: Bernd Wolfenstädter
Website: www.trottwaklobber.de