| Oder bei
den Indianern mußten 22.000 Federn aufgewickelt werden und keiner außer unserem
Grubbebabbe wußte, was da auf uns zukommen wird. Seitdem fragen alle jedes Jahr:
"Bernd, ist es viel Arbeit?" Und Bernd sagt jedes Jahr: "Nein, es ist
wesentlich weniger Arbeit als letztes Jahr..." Na ja, und dann werden es doch wieder
etliche Abende. Seit dem 11.11.2000 sind die
Trottwaklobber ein eingetragener Verein und führen den Vereinsnamen
"Fastnachtsgruppe Trottwaklobber 1975 e.V.". Zurzeit haben wir 66 Mitglieder,
von denen 50 am Fastnachtszug 2001 teilnahmen.
Wie entsteht nun ein echtes Kostüm für den großen
Dieburger Fastnachtszug?
Bei der Ideenfindung müssen alle mit beitragen - meist sind die sog. Schnapsideen die
besten. Es sollte wenn möglich auch etwas Lustiges mit den Zuschauern am Umzug gemacht
werden können, damit auch die nicht nur den optischen Spaß an der Dieburger Fastnacht
haben.
Dann geht unser Babba an die Arbeit und bringt die Idee oder das Thema auf Papier und
macht sich Gedanken, wie wir dies oder jenes in die Realität umsetzen können, aus
welchem Material es sein soll, ob unser finanzieller Rahmen ausreicht - und und
und...Immer nach dem Motto:
Es muß Spaß machen, wir müssen es selbst herstellen können, es darf möglichst nichts
kosten und es muß toll aussehen!
Gleich im Frühjahr nach der Fastnacht ist die Vorstellung. Alle sind gespannt, dann wird
groß diskutiert, eventuell Verbesserungen vorgenommen. Wenn diese "Streitphase"
beendet ist, kauft unser Babba und seine Frau Andrea den Stoff und das Material ein und
das erste Kostüm entsteht. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit - die Kostümvorstellung
im September: Zum ersten Mal sehen wir das neue Kostüm greifbar vor uns. Hier zeigt sich
immer wieder, daß eine gute Vorarbeit das A und O bei jedem Kostüm ist, denn groß
Änderungen sind jetzt aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich.
Nun beginnt unter Anleitung unserer Andrea das Gruppennähen. Wir treffen uns dann ab
Oktober, je nach dem, wieviel Arbeit das Kostüm macht, zwei bis drei Mal die Woche abends
in einem Partykeller zum Nähen. Hier steht jedoch neben dem Nähen die Geselligkeit immer
auf der selben Prioritätsstufe.
Im Dezember sind die Näharbeiten weitestgehend abgeschlossen - dann ist Weihnachtspause.
Ab Januar beginnen dann die Bastelabende. Jetzt kommt wieder unser Grubbebabba zum Zug:
Unter seiner Anleitung wird der Bastelteil des Kostüms erstellt und manch eine Flasche
geleert. Bis dann der große Tag des Fastnachtsumzuges bevorsteht, ist die Zeit immer sehr
knapp. Aber bis jetzt waren am Fastnachtsdienstag zur Zugaufstellung immer alle fertig.
An Fastnachtdienstagmorgen treffen wir uns dann ab 8.00 Uhr zum Schminken. Hier herrscht
ein geordnetes Durcheinander wie in einem Ameisenhaufen. Alle sind aufgeregt und fertig
vom Feiern an den tollen Tagen. Nach dem gemeinsamen Pizzaessen geht's los...zum
Aufstellen! Und jedes Jahr kann man das selbe beobachten:
Unser Grubbebabba rennt einige hundert Meter vor, bleibt stehen, dreht sich um und läßt
die Gruppe auf sich zukommen - um selbst zum ersten Mal das zu sehen, was er sich beim
Entwurf des Gruppenkostümes gedacht hat und ob es in der Gruppe auch optisch wirkt. Wenn
wir dann bei ihm ankommen, wird bei dem einen oder anderen noch schnell die eine
Kleinigkeit gerichtet und dann geht's gemeinsam zum Aufstellen.
Und bis wir dann am Aufstellplatz angekommen sind, hat dieser Älamensch schon das
nächste Kostüm im Kopf und alle fragen ihn dann: "Sag' mal, Bernd...was machen wir
nächstes Jahr?"
So entstanden Kostüme wie:
Invasion von der Milchstraße, Häfner (Töpfer), Tataren, Torero, Karneval in Rio,
Tempeltänzer, Atlantis, Samurai, Geschenkpäckchen, Fastnachtsmotten, Rokoko
(11jähriges), Flickmännchen, Hühner, Florentinische Maler, Feuer und Eis, Sultane und
ihre wackelnden Turbane, Satarasch (mit echten Ochsenschädeln auf dem Kopf),
Straußenreiter, Indianer, Piraten, Ägypter (22jähriges mit wackelndem Wagen), Kühe,
Spinnen, Maharadscha und seine Rani, Cyberritter, Humba-Zumba-Prinzefresser,
Puddelnackisch, Kuli-Muli als wackeliger kopflastiger Lastenträger, Hummer, Oarchideen
und Gärtner, Äla-Wächter.
Im Jahr 2001 hatte die Gruppe das Geschenk, einen Prinzen aus
ihren Reihen zu erhalten. Aus dem Bahnhof kam Prinz Peter II., General vun de Bautrupp -
Wammes-Klobber der Trottwahupp (Peter Wolfenstädter).
Auch wollen wir nicht vergessen, dass unser Gruppebabba 1971
schon Kinderprinz war - Prinz Bernd I., von Wammes-Schreinerhannes (Bernd Wolfenstädter).
Ab 2005 übernahm er jetzt das Amt des KVD-Sitzungspräsidenten und ab 2006 ist er
zusätzlich noch Hofmarschall. Es ist einfach ein Fastnachtsverrückter.
2008 kam aus unseren Reihen Prinzessin Jennifer I., Edle
Visagisten-Fee vom Äla-Kinderkomitee, Jennifer Stelzig.
Aber auch anderweitig ist die Gruppe sehr aktiv. So waren wir im Mai drei Mal in der
Partnerstadt von Dieburg, in Aubergenville (Frankreich) zum dortigen großen
Frühjahrsumzug und haben mit viel Erfolg am Preisumzug teilgenommen (zwei Mal erster
Platz, ein Mal zweiter Platz).
Wir hatten bei allen KVD-Gruppenfesten einen Stand oder ein Zelt aufgestellt und auf dem
Schloßgartenfest haben wir vier Mal den Käsestand und sechs Mal den Cocktailstand
ausgerichtet. Nebenbei treffen wir uns an jedem 11. im Monat und machen verschiedene
Aktivitäten wie Grillen oder Ausflüge. Wir haben halt das ganze Jahr Fastnacht im Kopf
und mit den Vorbereitungen dafür meist noch mehr Spaß - daß man sagen könnte:
Der große Dieburger Fastnachtsumzug ist wohl das wichtigste Ereignis im Jahr eines
Gruppenfastnachters, aber dennoch nur das Ausrufungszeichen hinter dem Satz, was eine
Fastnachtsgruppe ausmacht!
Kontakt: Bernd
Wolfenstädter
Website: www.trottwaklobber.de |