| Die fünfte Jahreszeit | |
Textvorlage: Friedel Enders |
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| Geijenbau-Werkstatt | |
| Vom Teufelskopf bis zum Gummifuß - eine Bauanleitung für das Fastnachts-Instrument | |
| Ob Teufelsgeige, Deiwelsgeije oder auch Bumbass genannt - alles meint das gleiche: Ein Rhythmus- und Krachmacher-Instrument, das insbesondere während der Fastnachtszeit, aber auch zu anderen Gelegenheiten ein unvergleichlicher Stimmungsmacher und Schmuckstück zugleich ist. Eines muss von Anfang an klar gestellt werden: Beim Bau einer "Deiwelsgeije" sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt. So kann und soll diese Anleitung nur Anhaltspunkte geben. Schließlich ist jede "Geije" ein Einzelstück, das vom Erbauer individuell gestaltet wird - je nach Geschicklichkeit, Geldbeutel und Glück beim Finden oder Erwerben der Bauteile. |
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| Bezugsquellen für die Einzelteile sind Baumärkte, Bastel-, Spielwaren- und Haushaltswarenläden, Eisenwarenhändler, Musikgeschäfte, Stoffhandlungen, Großküchen und nicht zuletzt Flohmärkte und Sperrmüllsammlungen usw. Ein Blick auf den heimischen Dachboden, in den Keller oder Omas Rumpelkammer fördert hier sicher schon das eine oder andere nützliche Bauteil hervor, das sich für den Bau oder die lärmende Ausgestaltung einer "Deiwelsgeije" verwenden lässt. | |
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Zur Ergänzung
dieser Bauanleitung gibt es eine Fotoseite mit
Detailaufnahmen, die dir als Anregung dienen sollen. Wie beginnt man mit dem Bau dieses Fastnachts-Instruments? Man besorgt sich zunächst die grundlegenden Bauteile: Ein stabiles Vierkantholz (sollte Körpergröße des Spielers nicht überschreiten, eher kleiner), zwei bis drei Holz-Kleiderbügel oder Rundhölzer, ein Gummifuß, ein alter Aluminium-Topf oder eine große Konservendose/-eimer, Spanndraht, allerlei Kleinteile als "Geräuscheverursacher", Teufelsfigur, Stoffbänder, Schrauben und Nägel. Das Vierkantholz darf auf keinen Fall Astlöcher oder sonstige Beschädigungen aufweisen, da sonst die Gefahr eines Bruches sehr groß ist. An der Stelle, an der das Instrument später vom Spieler gehalten wird, sollte das Holz der Hand angepasst werden (Kanten brechen). Aber Vorsicht: Beim Bearbeiten der Kanten nicht zu viel Material wegnehmen, da sonst eine Bruchstelle entsteht. Alternativ kann man an dieser Stelle einen Haltegriff anbringen, der gut befestigt werden muss. Am oberen Teil des Vierkantholzes werden die Querteile angebracht. Dazu können Kleiderbügel aus Holz aufgeschraubt werden oder man bohrt Löcher in das Holz und steckt Rundhölzer hindurch, die ebenfalls verschraubt oder verleimt werden. |
| Am unteren Ende des Holzes wird ein Gummifuß
angebracht. Dieser dient hauptsächlich dem Schutz des Holzes, aber auch dem Schutz der
Fußböden in Lokalitäten, die man mit der "Deiwelsgeije" aufsucht. Bevor nun weitergebaut wird, empfiehlt es sich an die farbliche Gestaltung des Instrumentes zu denken, da es zu einem späteren Zeitpunkt immer schwieriger wird, mit der Farbe an alle Stellen zu gelangen. Auch bei diesem Arbeitsschritt kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen. Nachdem die Farben gut getrocknet sind, kann der Klangkörper in Form eines alten, ausgedienten Topfes (gut geeignet sind alte Aluminium-Töpfe), eines niedrigen oder abgeschnittenen Blecheimers oder einer großen Konservendose angebracht werden. Vor der Montage sollten am Rand des Klangkörpers gegenüberliegend jeweils etwa drei Löcher gebohrt werden, durch die sich dann die Saiten spannen. Ein Tipp hierzu: Durch das ständige Schlagen der Saiten beim späteren Spielen kann es passieren, dass sich die Löcher (bei Verwendung eines Klangkörpers aus "weichen" Material) im Laufe der Zeit weiten. Um das zu verhindern, empfiehlt es sich, die Bohrlöcher durch Nieten o. ä. zu verstärken. Die Saiten bestehen aus Spanndraht (erhältlich in unterschiedlichen Stärken), wie er beim Bau eines Maschendrahtzaunes verwendet wird. Bei der Befestigung der Saiten ist darauf zu achten, dass das Ende des Spanndrahtes gut verdrillt wird und nicht absteht (Verletzungsgefahr!). Mit etwas Isolierband die Drahtenden umwickeln und kein Kratzer kann dem Spaß etwas anhaben. An den oben angebrachten Querteilen und dem Vierkantholz werden jetzt noch allerlei Glöckchen oder sonstige "Geräuscheverursacher" (z. B. Messing- oder Metallteile von alten Lampen, Fahrradklingeln, Becken, Schellenringe usw.) angebracht. Als oberen Abschluss des Instrumentes kann man eine Teufelsfigur anbringen und/oder weitere Lärminstrumente. Zum Spielen d. h. Schlagen des Instrumentes benötigt man einen Holzstock, an dem man ggf. noch einen passenden Griff anbringt, damit er besser in der Hand liegt. Mit bunten Stoffstreifen, Klebebändern (hier machen sich die Fastnachtsfarben rot, weiß, grün und gelb besonders gut) oder sonstigen Verzierungen gibt man dem Instrument den letzten Schliff. Als Ergänzung der Bauanleitung gibt es eine Fotoseite mit Gestaltungsbeispielen und Detailaufnahmen, die dir als Anregung dienen sollen. |
| Wenn du bereits eigene Erfahrungen beim Bau des Instrumentes gemacht hast, kannst du sie gerne in die Geijenbau-Werkstatt einbringen, so dass auch andere Geijenbauer davon profitieren können. Über eine entsprechende Nachricht (gerne auch mit Foto) freue ich mich. Viel Spaß beim Bauen! ;-) |