KVD-Prinzenpaar 2018

Andreas II. und Julia II. regieren das närrische Dieburg

Das Geheimnis um das Prinzenpaar Numero 69 des KVD ist gelüftet: Prinz Andreas Zimber und Prinzessin Julia Reinheimer regieren nun drei Tage bis Aschermittwoch über das Narrenvolk in Dieburg. Mit Fotogalerie.

Eine bunt kostümierte Schar fröhlicher Narren fand sich heute Mittag am Dieburger Bahnhof ein, um mit Elferrat, Prinzengarde und Kinderprinzenpaar, weiteren Offiziellen, der KKM Klein-Zimmern, dem Blasorchester von St. Peter und Paul sowie dem Fanfarenzug beim Prinzenempfang dabei zu sein.

KVD-Moderator Jürgen Schaarvogel hatte es, mit Unterstützung seines „Azubis“ Stefan Schott, mit Hinweisen und seiner unnachahmlichen Art wieder überaus spannend gemacht, so dass das Fastnachtsvolk bis zur letzten Sekunde rätselte, wer denn jetzt neues Prinzenpaar sein würde. Schließlich ist das ein streng gehütetes Geheimnis, niemand weiß, wer ausgewählt wurde. Der Prinz muss verheiratet sein, die Prinzessin ledig, beide müssen sich als Karnevalisten irgendwie hervorgetan haben.

Die Tipps, dass beide zusammen Schuhgröße 78 haben, dass seine Lieblingsgetränke Mate Tee und Export sind, die Prinzessin am liebsten Hütchen und grünen Tee mag und grünbraune Augen hat, halfen da letztlich auch nicht wirklich weiter. Ebenso wenig wie die Hinweise, dass die Lieblingsspeise des Prinzen Maultaschen sind und die Prinzessin die mediterrane Küche liebt. Schaarvogel: „Prinz und Prinzessin wohnen Luftlinie 1.111 Meter voneinander entfernt, der Weg wurde mehrfach vermessen“.

Punkt 14.11 Uhr, die Spannung ist auf dem Höhepunkt, doch dann geht die Bahnhoftür, durch die das Paar nun schreiten soll, nicht auf. Sie klemmt, die Türflügel bewegen sich nur wenige Zentimeter. Alles Rütteln hilft zunächst nicht, es ist wie verhext. Die Narren nehmen’s mit Humor. Dann geht die Tür doch noch auf, endlich tritt das neue Prinzenpaar nach draußen. Lautes Kreischen und begeisterte Rufe, vor allem aus den Reihen der Prinzengarde. Mit viel „Dibborsch Äla!“ begrüßen Hunderte die Hoheiten:

Andreas Zimber als „Andreas II., Sing-Sang-Sänger Schieß-Peng-Bum, Hei-Hupp-Hipp de Telekum“ tritt aus dem Portal, neben ihm die neue Prinzessin, „Julia II., Zucker-Zart Zeremo-Wese, Petit Madame de Drigger-Scheese“, mit bürgerlichem Namen Julia Reinheimer.

Mit vielen Umarmungen und Küsschen drehen Prinz und Prinzessin vor dem Bahnhof eine Begrüßungsrunde und nehmen nicht enden wollende Glückwünsche entgegen. Zwei Schunkelrunden, dann erklimmen sie den Prinzenwagen und ziehen mit dem närrischen Fußvolk und viel Äla in die Innenstadt vor Schloss Fechenbach. Musik und viele Dieburger Fastnachtslieder erklingen.

Hofmarschall Bernd Wolfenstädter war ebenso in Aktion wie der Präsident des KVD, Günter Hüttig, der die Ehre hatte, die Regenten der diesjährigen Fastnacht zu proklamieren.

Prinz Andreas II., mit bürgerlichem Namen Andreas Zimber und aus dem Stamme „Kolb & Moll“, ist seit Kindesbeinen an in der Fastnacht aktiv, war Tänzer in der Prinzengarde und ist als Fastnachtssänger bei den Sitzungen auf der Bühne. Außerdem ist er Kanonier bei der Garde und im Heihupper-Männerballett. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter. Seinem Broterwerb geht er als Elektroingenieur bei der Telekom nach.

KVD-Präsident Hüttig in seiner Proklamation: „Beim KVD, da ist er schon immer dabei, fing als Kind glei an schon mit der Tanzerei. Hat auch getanzt in der Prinzengarde, und singt als noch als Fastnachtsbarde. Und ist ihm die Fastnacht mal zu leise, so hat er seine eigen‘ Weise, und schießt als Kanonier der Garde manch‘ Kracher ab ganz von de harde“.

Prinzessin Julia II. (Julia Reinheimer) ist ebenfalls bekannt von der Dieburger Fastnachtsbühne, wo man sie als Zeremonienmeisterin sieht und als Begleiterin der Prinzenpaare. Kindergarde und Kindersingers stehen ebenfalls in ihrer fastnachtlichen Personalakte. Die junge „Prinzin“ gehört außerdem der Fastnachtsgruppe „Scheesedrigger“ an, die in diesem Jahr ihr 44-jähriges Bestehen feiert und nun noch einen Grund mehr zur Freude hat. In ihrer Freizeit kocht Julia gern. Sie ist als Sozialpädagogin beim Darmstädter Jugendamt beschäftigt.

„Unsrer Prinzessin Julia, dem zarten Wesen, die sehr gern kocht, wie es hier steht zu lesen. Bildhübsch und schon immer mit dabei, hat als Kind schon getanzt unter Elke mal glei, bei de Kindersingers dann unter Mutters Regie, hat sie gesungen und is gehuppt wie nie“, heißt es in der Proklamtion des KVD-Präsidenten.

Im Anschluss an die Zeremonie überreicht Bürgermeister Frank Haus den Stadtschlüssel an die Regenten, die dann zu den närrischen Untertanen sprechen, ehe sie sich nach einem letzten Lied zur wohl verdienten Kaffeepause zurückziehen.

Nun hat das frisch gekürte Prinzenpaar die nächsten drei Tage keine Ruhe und keine Rast mehr, denn den beiden Vollblutfastnachtern steht eine kräftezehrende, aber auch unvergessliche Zeit bevor: Äla-Nacht, Närrischer Empfang, Fototermine, vor allem die Wirtschaftstour durch die Lokale und Kneipen, der große Fastnachtszug am Dienstag als Höhepunkt und noch andere Anlässe stehen auf dem Protokoll. Erst beim Äla-Finale im M 22 zieht sich das Prinzenpaar samt Hofstaat zu Beginn des Aschermittwochs offiziell zurück.

Auf unser Prinzenpaar 2018, Andreas II. und Julia II., dass es erschallen möge durch alle Straßen, Gassen und Kneipen unserer Fastnachtsstadt, ein dreifach schallendes, brausendes, das ganze WWW erbeben lassendes Dibborsch Äla!!! 🙂

(Fotos: eigene, Claus Heinz) 🙂

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