„Carneval“ – Buchvorstellungen (2)

Ab Mai 2017 rezensieren zwölf Leser jeweils zum 11. eines Monats ein Fastnachtsbuch auf dieser Website. Heute Astrid Storck (Foto) und „Carneval“.

Buchdaten

Carneval
Autor: Craig Russell
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
Erscheinungsjahr 2009
429 Seiten
ISBN 978-3-431-03770-8
Stadtbibliothek Dieburg: Literaturabteilung Thriller, Regalstandort ZT/52 815 Russ

Inhalt

Auf den Straßen tanzt das Volk, und das Einzige, was zählt, ist der Spaß an der Freud. Doch Oberkommissar Benni Scholz hat andere Sorgen, als den Karnevalswagen der Kölner Polizei herzurichten. Er hat zwei ungeklärte Morde in seinen Akten, begangen im letzten und im vorletzten Jahr. Beide Opfer waren nach ihrem Tod verstümmelt worden. Ein Pfund Fleisch wurde ihnen aus dem Körper geschnitten. Und auch der Tag war der gleiche: Weiberfastnacht. Scholz befürchtet, dass der Mörder in diesem Jahr wieder zuschlagen wird. Darum fordert er seinen Kollegen Jan Fabel von der Hamburger Mordkommission zur Unterstützung an, der Erfahrung mit Serientätern hat. Fabel möchten sich eigentlich nicht in diesen Fall hineinziehen lassen. Aber eine Kollegin aus seinem Team ist in Köln untergetaucht, und Fabel weiß, dass sie noch eine Rechnung mit einem ukrainischen Gangster zu begleichen hat. Um sie zu finden, stellt Fabel neben seinem offiziellen Auftrag eigene Ermittlungen an. So gerät er zwischen alle Fronten, während ringsum der Frohsinn tobt und ein gemeingefährlicher Irrer in der Stadt sein Unwesen treibt. Denn Fabel ist sich sicher, dass die Trophäe des Täters nicht nur symbolisch war. Sondern eine Mahlzeit.

Über den Autor

Craig Russell wurde in Schottland geboren und war als Polizist, Werbetexter und Kreativer Direktor tätig. Es ist Verfasser der als Bestseller geltenden Jan-Fabel-Thriller, die in Hamburg spielen und weltweit in 23 Sprachen veröffentlicht wurden.

Die Idee zur Fabel-Reihe erhielt Russell durch sein seit vielen Jahren bestehendes Interesse an Deutschland und seine Liebe zur deutschen Sprache, Kultur und den Menschen. Craig Russell ist ebenfalls der Verfasser der Lennox-Romanreihe, die im Glasgower Unterweltsmilieu der 1950er Jahre spielt.

Im Jahre 2007 wurde er mit dem prestigeträchtigen Polizeistern der Polizei Hamburg geehrt – er ist derzeit der einzige Ausländer, dem diese Auszeichnung verliehen wurde. Craig Russell wurde im Jahre 2007 für den CWA Duncan Lawrie Golden Dagger, die weltweit größte literarische Auszeichnung für Kriminalschriftsteller, sowie für den französischen SNCF Prix Polar nominiert. Im Jahre 2008 gewann er den CWA Dagger in the Library – eine von Bibliotheken verliehene Auszeichnung für den beliebtesten Kriminalroman.

In seiner Freizeit malt Craig Russell, kocht gern, genießt das Reisen und widmet sich dem Deutschlernen. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Region Perthshire (Schottland).

(Quelle: Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG)

Buch gelesen und bewertet von Astrid Storck

„Hallo, ich heiße Astrid Storck, bin 52 Jahre, in Dieburg geboren und arbeite in der Stadtbibliothek Dieburg. Bin Vorsitzende  der Fastnachtsgruppe „Närrisches Streichorchester“ und arbeite aktiv im Zuggruppenausschuss mit. Dort bin ich eine der Ansprechpersonen, um für die Belange der Dieburger Fastnachtsgruppen gegenüber dem KVD einzutreten. Ich lese sehr gerne, überall und bei jeder Gelegenheit. Am liebsten sind mir Krimis und Thriller. Durch meine berufliche Tätigkeit komme ich so immer wieder in den Genuss der neuesten Bücher. An der Buchaktion mache ich mit, weil ich die Idee von Berti – Fastnacht und Krimis zu vereinen – super finde. Und man so dem einen oder anderen Fastnachter vielleicht auch das Lesen schmackhaft machen kann“.

Wie findet Astrid das Buch?

„Carneval“ ist ein Thriller, der aus zwei Geschichten besteht, die parallel zueinander verlaufen. Der erste Teil des Buches findet vorwiegend in der Ukraine statt. Dort will Major Taras Buslenko den gefürchteten Unterweltboss Wassil Witrenko stellen, doch dieser verfügt über ein weit gestreutes Netz an Informanten und über gut ausgebildete ehemalige Soldaten. Buslenko soll mit einem Spezial-Team der ukrainischen Sicherheitskräfte nach Deutschland fahren, um Witrenko zu ermorden. Offenbar gibt es aber einen Maulwurf in seinem Team.

Wir lernen Hautkommissar Jan Fabel von der Hamburger Mordkommission kennen, der mit seiner Kollegin Maria Klee schon in dem Buch „Blutader“ auf der Spur von Witrenko ist. Fast wäre es ihnen gelungen Witrenko zu schnappen, im letzten Moment konnte dieser leider entwischen. Fabel möchte seinen Arbeit nun an den Nagel hängen um beruflich neue Wege zu gehen, sehr zur Freude seiner Freundin Susanne. Er ist sich, trotz seiner Kündigung, wohl aber noch nicht so ganz sicher. Und so nimmt er den Hilferuf seines Kollegen Benni Scholz aus Köln an. Dieser ist einem Serienkiller auf der Spur, der immer an Weiberfastnacht zuschlägt. Als Clown verkleidet hat er in den letzten zwei Jahren Frauen mit einer Krawatte erdrosselt und ein Stück Fleisch aus ihrem Oberschenkel herausgeschnitten.

Der zweite Teil des Buches findet nun in Köln statt und ab hier wird das Buch auch spannend. Fabel reist nach Köln, um seinem Kollegen mit seiner Erfahrung mit Serienkillern zu helfen. Lernt den Kölner Karneval kennen und ist verwirrt über die seltsamen Bräuche und deren unverständlichen Dialekt.

Fabel kämpft schnell an mehreren Fronten, da er auch hofft, seine Kollegin Maria Klee zu finden. Diese hat sich alleine auf den Weg gemacht, um Witrenko zu stellen. Eile ist geboten, denn die närrischen Tage stehen kurz bevor – und der maskierte Mörder hat sein nächstes Opfer schon im Visier.

Die Inhaltsangabe verschweigt leider die zweite Handlung des Buches. Soll es doch nur um den Serientäter in Köln gehen. Somit ist der Einstieg in das Buch etwas irritierend und schleppend. Es ist jetzt der vierte Band rund um Jan Fabel und seine Arbeit als Hauptkommissar in Hamburg. Carneval ist spannend wenn auch sehr verwirrend für Neueinsteiger geschrieben. Vor allem auf den ersten („Blutadler“) und den dritten Band („Brandmal“) wird immer wieder zurückgegriffen, so dass es für das Verständnis der Geschichte meines Erachtens nach sehr wichtig ist, diese beiden gelesen zu haben. Die Szenen wechseln ständig. Und so bleibt das Geheimnis um den Clown fast bis zum Schluss spannend.


Vorschau: Am 11.7.2017 stellt Jens Dörr „Kölner Samba“ von Werner Geismar vor

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden: