Zugplaketten

Närrisches Plastik, Holz und Metall – eine kleine Zeitreise

Dieburger Fastnacht ohne Zugplaketten ist kaum vorstellbar. Seit Jahrzehnten sind sie auch hier fester Bestandteil des närrischen Treibens. Jedes Jahr gibt es ein neues Motiv für die kleinen farbenfrohen Anstecker, die sich auch als Sammlerobjekte zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Einige Tausend „Zugplakettchen“ – neuerdings „Fastnachtsplaketten“ genannt – lässt der KVD in jeder Kampagne herstellen. Der Verkaufserlös trägt zur Finanzierung der Umzüge bei: Musikkapellen, GEMA-Gebühren, Versicherungsprämien und einiges andere mehr schlagen dabei nicht unerheblich zu Buche. Durch den Kauf des Ansteckers leistet also jeder einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Beitrag für das jährliche Spektakel.

Idee stammt aus Mainz

Ihren Ursprung haben die Zugplaketten in Mainz. Dort sollte nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein Rosenmontagszug organisiert werden. Leider wusste man nicht, wie man dieses Unternehmen finanzieren sollte. Die Lösung schauten sich die Narren bei den Katholiken ab. Diese hatten den „Deutschen Katholikentag“ 1948 in Mainz durch den Verkauf von Ansteckplaketten bestritten. Eine Idee, die bei den Fastnachtern großen Anklang fand und 1950 umgesetzt wurde – die Zugplakette war geboren.

1951 erste Dieburger Zugplakette

Die Dieburger Karnevalisten haben es ein Jahr später den Mainzern gleichgetan und 1951 erstmals eine Zugplakette herausgebracht: Einen runden, weißen Plastikanstecker, knapp drei Zentimeter Durchmesser, mit Figurenkopf sowie dem damaligen Motto „… trotzdem: Äla!“. In den Folgejahren gab es ähnliche Plastikanstecker mit kleinen Figuren. Auch gab es ein bedrucktes Festbändchen (1954), das jedoch einmalig blieb. Fortsetzung unten …

Hier sind die Dieburger Plaketten nun erstmals alle versammelt. Ein Blick in meine Galerie gleicht einer Zeitreise – von den frühen 1950er Jahren bis heute.

Holzplaketten mit närrischem Charme

1956 gingen die Dieburger Karnevalisten dann zu Plaketten aus Holz über. Es gab sie in verschiedenen Formen und Farben. Die Vorderseite zeigte immer den Bajazz, auf der Rückseite war bei einigen das Jahresmotto aufgedruckt. Diese Plaketten lassen den Zeitgeist und Charme der damaligen Zeit noch heute spüren.

Plastik löst Holz ab

Holzplaketten hatte 1977 ausgedient und wurde von Plastikplaketten abgelöst. Während es zunächst eine knallgelbe, aufwendig gestaltete und echt sehenswerte Plakette gab, waren die Folgeexemplare einfach gehalten: Runde oder eckige Plastikanhänger mit bedruckter Vorderseite in unterschiedlichen Farben.

Metallplaketten

Metall zum Anstecken gab es erstmals 1989. Das erschien zwar bereits ein Jahr zuvor zum Fest „150 Jahre KVD“ als Jubiläumsplakette, diente dann aber auch als Zugplakette. Der Anstecker aus Metall, wie man ihn heute kennt – ein farbiges Motiv mit Jahreszahl – gibt es seit 1990.

Eine Ausnahme ist auch das Jahr 1992, in dem es ebenfalls kein ausgewiesenes Exemplar gab. Grund: Durch den „Golfkrieg“ fielen ein Jahr zuvor, also 1991, die Fastnachtsumzüge aus, dadurch blieb der KVD auf rund 7.000 Plaketten sitzen. Diese Restbestände fanden dann 1992 Verwendung.

Ein Dankeschön an dieser Stelle an KVD-Archivar und „Kümmerer“ Johannes Stemmler, an Stefan Bonifer und Franz Weißbäcker, die mir ihre Zugplaketten-Sammlungen für fotografische Zwecke zur Verfügung gestellt haben.


Hinweis: Neben meiner Zugplaketten-Galerie gibt es noch eine gesonderte Galerie mit allen KVD-Jahresorden (auch Aktivenorden genannt), die der Verein in jeder Kampagne an aktive Vereinsmitglieder und -unterstützer vergibt. Diese Galerie ist auf der Website des KVD-Bautrupps unter „Ordengalerie“ abrufbar.

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