Jeanette Neumann

„Die Maske der Moretta“ – Buchvorstellung (11)

Ab Mai 2017 stellen Leser jeweils zum 11. eines Monats einen fastnachtlichen Krimi auf dieser Website vor.  Ex-Prinzessin Jeanette Neumann (Foto) hat „Die Maske der Moretta“ – Ein Ulm-Krimi“ gelesen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

Die Maske der Moretta – Ein Ulm-Krimi
Autor Manfred Eichhorn
Silberburg-Verlag
Erscheinungsjahr 2010
236 Seiten
ISBN 978-3874078818
Erhältlich in der Stadtbibliothek Dieburg: Krimi-Regal, ZK/66 103 Eich

Inhalt

Es ist Februar, Fasnetzeit. Doch der Faschingslaune in Ulm wird ein Riegel vorgeschoben. Denn was sich im ersten Moment wie ein schlechter Witz anhört, ist grausame Wirklichkeit: Das Faschingsprinzenpaar der Großen Ulmer Karnevalsgesellschaft wurde ermordet. Klaus Lott leitet die „Soko 11.11.“, und bald schon wird er mit einem weiteren „Fasnetsmord“ konfrontiert. Das Opfer ist der Söflinger „GaugaMa“. Handelt es sich um einen Sühnemord? ist gar ein Krieg zwischen den schwäbisch-alemannischen Fasnetsgruppen und der Karnevalsgesellschaft ausgebrochen? Lott ermittelt an allen Fronten. Und muss sich, als Faschingsmuffel, selbst unter die Narren mischen, ehe am Rosenmontag die Masken fallen.

(Quelle: Klappentext, Silberburg-Verlag)

Über den Autor

Manfred Eichhorn, geboren 1951, ist selbstständiger Buchhändler in Ulm, Galerist, Kleinverleger und Autor von Romanen, Erzählungen, Sketchen, Theaterstücken, Gedichten und Kinderbüchern. Von 1974 bis 1985 war er Veranstalter der Ulmer Literaturtage. 1986 erhielt er den Erzählpreis des Bertelsmann Buchclubs. Der Autor lebt auf einem Bauernhof nahe seiner Geburtsstadt.

(Quelle: Silberburg-Verlag, Buchladen Eichhorn, Wikipedia)

Buch gelesen und bewertet von Jeanette Neumann

„Fastnacht hat schon immer zu meinem Leben gehört. Wie könnte es auch anders sein, wenn man in Dieburg geboren und aufgewachsen ist? Meine Großeltern und mein Vater waren in der Prinzengarde. 1979 stand ich dann das erste Mal in der Ludwigshalle mit der Kinderprinzengarde auf den Brettern, die die Welt bedeuteten, später fungierte ich als Trainerin der Damengarde und des Hofballetts. 1998 hatte ich die Ehre Fastnachtsprinzessin zu sein, was den Höhepunkt meiner „karnevalistischen Laufbahn“ bedeutete.

Durch einen berufsbedingten Wohnortwechsel in den Taunus ruhten danach meine fastnachtlichen Aktivitäten. Allerdings merkt ich sehr schnell, dass mir die fünfte Jahreszeit fehlte. Mit meinem Ehemann und Gardist Till zog es mich zurück ins närrische Dieburg und seit ein paar Jahren pendele ich täglich in die Finanzmetropole Frankfurt. Aber für meine Fastnachtsgruppe „Stoppelhopser“ bin ich zu allen närrischen Schandtaten bereit“.

Wie findet Ex-Prinzessin Jeanette „Die Maske der Moretta“?

„Das ist ja sehr witzig, Berti!“, dachte ich mir, nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte. Die tote Prinzessin heißt Jeanette I., die Damengarde schreit erschrocken auf und ein Narr im Till-Kostüm hüpft Glöckchen-läutend herum.  Die Geschichte fängt mit dem Mord am Prinzenpaar an der Prunksitzung an und entwickelt sich sehr langsam fort.

Darüber hinaus investiert der Autor viel Zeit in die Person und das Privatleben des ermittelnden Kommissars. Die Charaktere werden gut beschrieben, ebenso die Unterschiede zwischen der alemannischen Fasnet und dem Karneval. Die Dialoge sind oft bei den alemannischen Gruppen in Schwäbisch gehalten, was mich anfangs fast zum Verzweifeln brachte. Des Öfteren musste ich mir die Textpassagen mehrmals durchlesen bis ich sie verstand. Die Dialoge mit den Mitgliedern der karnevalistischen Gruppen wiederum sind meist in Hochdeutsch verfasst, was stilistisch wohl auch den Unterschied zwischen beiden Fastnachtsstilen hervorheben soll: Der reine, prunkvolle und erhabene Karneval gegen die Hästräger mit den hölzernen, teils bis zur Hässlichkeit verzerrten Masken.

Ich fand das Buch anfangs eine wenig zäh. Persönlich bevorzuge ich es, wenn es um den Kriminalfall geht und nicht so sehr um das Privatleben des Kommissars. Doch dies rückt mit dem Fortschreiten der Handlung immer mehr in den Hintergrund und die Geschichte legt bis zum Ende kontinuierlich an Spannung zu, bis sie in einem großen Finale endet.

Wer Mundart nicht mag, sollte besser eine andere Lektüre suchen. Für Leser, die sich für andere Fastnachtstraditionen interessieren, Krimifans und Freunde des Dialektes ist es mit Sicherheit ein großes Lesevergnügen“.


Vorschau: Am 11.4.2018 stellt Svenja Fink „Pappnasen“ vor

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