Hast du für Sonntag die Haare schön? – Prinzenempfang

Jeder, der schon mal beim „Prinz abholen“ am Bahnhof war, kennt die elf Informationen des Ansagers zum neuen Prinzenpaar. Persönliche Vorlieben, Maße, Buchstaben- und Zahlenspielereien werden zum Besten gegeben und treiben die ohnehin schon große Spannung aufs neue Paar weiter auf die Spitze. Vielsagend sind die Tipps zwar nicht unbedingt, doch immer sehr amüsant. Auch so manche Anekdote rankt sich um dieses Spektakel.

So hat man beispielsweise schon erfahren, dass ein Prinz am liebsten Kochkäseschnitzel isst, der andere Sauerkraut und wieder ein anderer stopft gerne Kuchen aller Art in sich. Manche Prinzessin dagegen zeigt sich nicht wählerisch und isst alles – außer Teer und Leim. Eine andere sagt nur zu Rosenkohl und Rosinen Nein.

Geht’s um Flüssignahrung, stehen bei Prinzen Bier und Wein an erster Stelle, Hütchen und Sektchen meist bei ihren Lieblichkeiten. Wobei eine gelegentlich auch einen Underberg nicht verschmäht. Und „Am beste is, merr stellt sich bleed!“ hört. Ehrlich.

Vor der Kiste amüsiert einer sich bei „Bauer sucht Frau“, der andere zieht sich alte Schinken mit den „Hesselbachs“ rein. Oder man hat „Notting Hill“ und „Fluch der Karibik“ als Lieblingsfilme ausgeguckt.

Lässt man Zahlen sprechen, haben Prinzen oft Schuhgröße 43, Prinzessinnen leben meist mit 36 oder 37 auf eher kleinen Füßen. Dass beide 2.163 Meter Luftlinie voneinander entfernt wohnen, hat die KVD-Drohne „fast-amtlich“ vermessen. Wissenswert ist letztlich auch, dass der Vorname des Prinzen zwei Selbstlaute hat, der der Prinzessin sogar drei.

Chef-Moderator und Lehrbub‘

Solche Hinweise kennt Jürgen Schaarvogel mehr als genug. Seit 1994 ist er Moderator beim „Prinzenempfang“ am Bahnhof. „JüScha“, stadtbekanntes Fastnachts-Urgestein, hat immer einen Spruch auf den Lippen und ist um Worte nie verlegen. Seine Schlagfertigkeit reicht für zwei.

Mittlerweile hat „JüScha“ am Bahnhof einen Co-Moderator an seiner Seite. Seit 2016 hat er Stefan Schott unter seine Fittiche genommen – vielen auch als Zugansager am Fastnachtdienstag bekannt. Mit Sprüchen und der einen oder anderen Einlage wird die aufs Prinzenpaar wartende Menge auch in dieser Saison wieder gemeinsam unterhalten. „Schott ist mein Lehrbub‘, er kommt jetzt ins dritte Lehrjahr“, so der Chef-Moderator augenzwinkernd, „erst wenn er das besteht, wird er Geselle, hat dann aber noch ein Probejahr vor sich“. Dass der Lehrbub‘ seine Aufgaben meistert und sich bewährt, daran dürften momentan keine Zweifel bestehen.

Die Namen des neuen Prinzenpaares kennen anfangs auch sie nicht, versichert Schaarvogel. Man bekomme sie erst wenige Augenblicke vor dem Öffnen der Bahnhofstür von einem Mitglied des Prinzenkomitees auf einem Spickzettel zugesteckt. Zu groß ansonsten die Gefahr, dass man sich am Mikrofon verplappert und die Namen vorzeitig über die Lippen kommen.

Kleine Anekdote gefällig?

Der beste Blick in die Gesichter der Zuschauer, wenn das Prinzenpaar aus dem Bahnhof kommt, ist mit dem Moderatoren-Job garantiert. Die Reaktionen sind vielfältig und es spielt sich die eine oder andere Szene ab, wie „JüScha“ weiß. „Es gibt Leute, die fallen fast in Ohnmacht, wenn sie sehen, dass es einer aus der eigenen Familie ist. Andere brauchen minutenlang, bis sie ihren Verwandten überhaupt erkennen.“ So wie 1993, als Jürgen noch nicht moderierte, sondern selbst Prinz wurde und durch die Bahnhofstür vors närrische Volk trat.

Seine Mutter Lilo wartete damals nichts ahnend in der Menge. Ihr Sohn kam mit seiner Prinzessin durch die Tür und wurde von der Narrenschar freudig begrüßt. Doch sie erkannte ihn nicht. Nach einigen Augenblicken fragte sie um sich, wer denn nun Prinz geworden sei. Ihr Nachbar, ein gewisser Bernd Schneider, half ihr auf die Sprünge: „Mensch, Lilo, das ist dein Sohn, der Jürgen!“. Sie sei völlig perplex gewesen, konnte es gar nicht glauben. Erst nach einer ganzen Weile fand sie wieder Worte: „Ach du lieber Gott, das darf nicht wahr sein! Jetzt ist der Prinz geworden und ich war nicht mal beim Friseur!“ 🙂

Damit es dir am Sonntag nicht genauso geht wie Mutti Lilo, gehst du am besten vorher nochmal zum Friseur und lässt die Haare richten. Und kehrst außerdem am Samstag die Gasse. So bist du für alle Eventualitäten gerüstet – komme aus dem Bahnhof, wer will 🙂

Du glaubst zu wissen, wer es 2018 wird?

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