Steffen Acker vor Schumanns Scheiern

Kennst du das Geheimnis von „Schumann’s Scheiern“?

Die „Schumann’s Scheiern“ ist einer der beliebtesten Treffpunkte der Dieburger Straßenfastnacht. Im Sommer wurde die alte Scheune saniert. Seither birgt sie eine Besonderheit.

Altweiberfastnacht wird in Dieburg immer beliebter. Mehr und mehr Karnevalisten finden an diesem Tag, dem Donnerstag vor Fastnacht, den Weg in die Lokale und Kneipen der Innenstadt.

Das freut auch private Betreiber von Hinterhofkneipen und Scheunen. So wie Steffen Acker (Foto) und seinen Vater Thomas, die die „Schumann’s Scheiern“ in der Weißturmstraße 1 bewirtschaften. Seit 1989 öffnen sie ihre urige Scheune jedes Jahr zur Straßenfastnacht. In diesem Jahr erstmals auch an Altweiberfastnacht.

Früher war dort an der Ecke zur Rheingaustraße der „Darmstädter Hof“. Philipp Schumann, Opa von Steffen, führte das Wirtshaus bis 1986, hörte dann auf. Heute ist es Wohnhaus.

In dem Lokal ging es vor allem an der Fastnacht hoch her. Es wurde nicht nur fleißig Bier gezapft, das damals von der Dieburger Löwenbrauerei kam. Die selbstgemachte „Bratworscht“ war in der ganzen Stadt bekannt, außerdem gab’s „Worschteteller“. „Darmstädter Hof hat aber keiner über die Wirtschaft gesagt, das war immer der „Schumann“, lässt der Enkel wissen, „daher auch der Name der Scheune“.

Im vergangenen Sommer hat die Familie das Backsteingebäude in Eigenregie saniert und aufgehübscht. Freunde und Fastnachter, darunter viele von Steffens Feuerwehrkameraden, haben kräftig mit angepackt. Etliche Samstage wurde gehämmert und gebohrt, geschliffen und gestrichen, gespachtelt und verfugt. Und in luftiger Höhe rund 2000 Dachziegel neu verlegt. Das alles sieht man der „Schumanns Scheiern“ an.

Eine Besonderheit sieht man der Scheune dagegen nicht an. Nur wenige kennen das kleine Geheimnis. Acker ist besonders stolz darauf. „Bei uns kann jetzt unter dem Originaldach der Ludwigshall gefeiert werden“, verrät der Juniorchef und freut sich, „der neue Eigentümer des Luhall-Geländes hat uns die Ziegel vor dem Abriss zur Verfügung gestellt, damit haben wir unser Dach neu eingedeckt“. Typisch Fastnachter eben.

Bevor die roten Steine die Dachlandschaft am Schumanns-Eck bereichern durften, mussten sie mit Hochdruckreiniger und Wurzelbürste radikal von Schmutz und Mörtelresten befreit werden. Den Ziegeln sieht man deshalb nicht an, dass sie schon lange Zeit Wind und Wetter trotzen mussten.

So bieten sie nun, nur einen Steinwurf von der ehemaligen Kultstätte entfernt, Straßenfastnachtern wieder ein Dach über dem Kopf, wenn sie am Schuhmanns-Eck Einkehr halten und sich mit Worschteweck und Schoppen stärken. Und sich dabei auch ein bisschen fühlen dürfen, wie früher in der guten, alten Luhall.

Anschrift:
Weißturmstr. 1, erkennbar am beleuchteten Clown und der Fastnachtsfahne am Treppenturm

Öffnungszeiten:
Altweiberfastnacht, 23.2., ab 20.00 Uhr
Fastnachtsamstag, 25.2., ab 20.00 Uhr
Rosenmontag,. 27.2., ab 16.00 Uhr

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