Tanja Suhre hat "Narrentreiben" gelesen

„Narrentreiben“ – Buchvorstellung (9)

Von Mai 2017 an stellen Leser jeweils zum 11. eines Monats einen fastnachtlichen Krimi auf dieser Website vor. Erste in 2018 ist Tanja Suhre (Foto). Sie hat „Narrentreiben“ gelesen – Band 4 aus der Reihe „Ein Fall für Hubertus Hummel“.

Narrentreiben
Autoren: Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer
Piper Verlag GmbH
Erscheinungsjahr 2013
208 Seiten
ISBN 978-3492300513
Erhältlich in der Stadtbibliothek Dieburg: Krimi-Regal, ZK/65 555 Riec

Inhalt

Es ist Fasnacht, Schwarzwald und Baar befinden sich im Ausnahmezustand. Da wird der Villinger Bauunternehmer Heinrich Berger am Morgen nach dem Zunftball tot aufgefunden – ausgerechnet am Schwenninger Narrenbrunnen und noch mit seinem Narrohäs bekleidet. Rätselhafte Botschaften lassen vermuten, dass der Mord mit der „fünften Jahreszeit“ in Verbindung stehen könnte, und einige Spuren führen in andere Fasnachtshochburgen. Lehrer Hubertus Hummel und Lokaljournalist Klaus Riesle sind dem Mörder dicht auf den Fersen und tauchen dabei tief in die Schwäbisch-Alemannische Fasnacht ein. Stress pur für Hummel, denn noch dazu ist seine Tochter Martina hochschwanger.

(Quelle: Klappentext, Piper Verlag)

Über die Autoren

Alexander Rieckhoff, geboren 1969 und aufgewachsen in Villingen, studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Konstanz und Rom und ist zurzeit als Fernsehredakteur beim ZDF in Mainz beschäftigt. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Mainz.

Stefan Ummenhofer, geboren 1969 und aufgewachsen in Villingen und Schwenningen, studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg, Wien und Bonn. Er ist als Journalist und Autor tätig und lebt mit seiner Familie bei Freiburg. Gemeinsam mit Alexander Rieckhoff hat er mehrere erfolgreiche Schwarzwald-Krimis geschrieben.

(Quelle: Piper Verlag)

Buch gelesen und bewertet von Tanja Suhre

„Hallo, ich bin Tanja Suhre, Mitte 40. Vor zwanzig Jahren bin ich mit meinem Mann nach Dieburg gezogen. Ursprünglich aus Bielefeld stammend haben wir uns inzwischen an die Fastnachtsverrücktheit der Dieburger gewöhnt und feiern auch die Straßenfasnacht gerne mit. Sportlich bin ich mit meinen beiden Hunden im Agility Team Flying Dogs e.V. unterwegs. Als Ausgleich zu der vielen Bewegung lese ich viel, weshalb ich auch das Angebot unserer Stadtbücherei und die Online-Ausleihe Hessen gerne in Anspruch nehme. Ein Faible habe ich für Horror- und Kriminalromane, die gerne auch etwas abgedreht sein dürfen. Daher war es mir ein Vergnügen, das Buch „Narrentreiben“ zu lesen und euch hier vorzustellen. Eine klasse Idee von Berti, so lassen sich vielleicht auch ein paar Nichtleser von der Welt der Bücher bezaubern“.

Wie findet Tanja das Buch?

„Die Autoren nehmen uns mit in das wilde Treiben der alemannischen Fastnacht, die sich auch durch einen Mord nicht aufhalten lässt. Mittendrin betätigen sich die Hobby-Detektive Hubertus Hummel, seines Zeichens Studienrat für Deutsch und Gemeinschaftskunde, und sein Freund,  Redakteur Klaus Riesle, als Privatschnüffler in einem Mordfall. Die Zwei versuchen bei Ihren Ermittlungen schneller als die Polizei zu sein und lassen sich auch von schwangeren Töchtern und Fastnachtverrückten nicht von ihren Ermittlungen abbringen.

Die Geschichte „Narrentreiben“ führt den Leser im Stil eines Roadmovies durch Villingen, Elzach und Rottweil, wo überall die Fasnet gefeiert wird. Nicht ohne Konflikte, da jeder „seine“ Fasnet als die Richtige ansieht. Das Motiv für den Mord soll jedoch nicht in der Fastnacht, sondern in der Vergangenheit gefunden werden.

So vielseitig wie die Bräuche in den verschiedenen Städten der alemannischen Fasnacht, so fantasievoll sind die Ermittlungsmethoden der zwei Freunde. Ein Schnapsverhör und ein unfreiwilliges Bad in der Enz bringen wichtige Erkenntnisse. Meist haben die Zwei mit ihren Methoden gegenüber der Polizei die Nase vorn. Zum Glück stehen den beiden Schnüfflern Fastnachtspezialisten zur Seite, die nicht nur ihnen, sondern auch dem Leser die Details der Fastnachtstraditionen der verschiedenen Städte erklären. Im Glossar am Ende des Buches werden die relevanten Begriffe noch einmal aufgeführt.

Die Kapitel des Buches sind kurz und der Wechsel zwischen Handlung und persönlichen Umfeld der Figuren lässt einen das Buch flüssig durchlesen. Die Figuren haben ihre Eigenheiten und werden lebendig dargestellt. Bei einer Buchserie ist es wichtig, dass neben der Handlung die Protagonisten interessant sind, dieses erreichen die Autoren sehr gut. Auch ohne Hintergrund der vorherigen „Ein Fall für Hubertus Hummel“-Bücher, sind die Handlungen der Figuren verständlich und machen Lust auf ein weiteres Buch der Reihe.

Die Dialoge der Figuren entsprechen ihrem Naturell, der Mathematiklehrer schwafelt gerne, je nach Alkoholisierung der Person wird immer mehr platt gesprochen. Der Dialekt der Gegend wird sparsam im Buch verwendet, so dass es auch für nicht Ansässige gut lesbar ist. Dank unseres Bundestrainers Löw sind wir den Dialekt aus dem Fernsehen bereits gewohnt. Die Tatsache, dass manche Figuren sich im Buch wie „Narren“ aufführen und die verschiedenen Fastnachtstraditionen zu Missverständnissen führen, lassen sich gut nachempfinden. Einzig die Ähnlichkeit der Namen des künftigen Schwagers von Hubertus Hummel Bäuerle und die des Kriminaloberkommissars Brüderle sind für den Leser ein wenig verwirrend.

Trotz der humorvollen Umstände, mit der die Ermittlungen geführt werden, ist das Mordmotiv aus der Vergangenheit ein Ernstes und den Autoren gelingt der Balanceakt zwischen beschwingtem Fastnachtsroman und einem Krimi auf den 198 Seiten flüssig. Der Roman ist leicht lesbar, lustig und das Umfeld der alemannischen Fastnacht ein wenig gruselig. Durch die kurzen Kapitel ist das Buch auch gut in Etappen als Nachtlektüre lesbar.


Vorschau: Die Buchvorstellung im Februar erscheint ausnahmsweise nicht am 11., sondern einen Tag früher, und zwar am 10.2., damit sie nicht im fastnachtlichen Trubel untergeht. Dann berichtet Andrea Bürger über „Narren-Mord“ von Peter Jackob.

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