Svenja Fink hat "Pappnasen" gelesen

„Pappnasen“ – Buchvorstellung (12)

Von Mai 2017 an stellen Leser jeweils zum 11. eines Monats einen fastnachtlichen Krimi auf dieser Website vor. Im April ist Svenja Fink (Foto) an der Reihe. Sie hat „Pappnasen – Kommissar Löhrs dritter Fall“ gelesen.

Pappnasen – Kommissar Löhrs dritter Fall
Autor: Peter Meisenberg
Emons Verlag
Erscheinungsjahr 2002
175 Seiten
ISBN 978-3897052307
Erhältlich in der Stadtbibliothek Dieburg: Krimi-Regal, ZK/66 66 105 Meis

Inhalt

Wie so oft schon hat Kommissar Löhr kaum Zeit für seinen neuen Fall und muss wieder einmal seinen Kollegen Esser vorschicken, um den damit verbundenen lästigen Formkram zu erledigen. Eine Animierdame aus dem „Saunaclub“ in der Brabanter Straße ist zusammengeschlagen worden und liegt lebensgefährlich verletzt in der Uniklinik.

Löhr hat aber alle Hände voll zu tun, um seine Mutter von der Wahnsinnsidee abzubringen, sich trotz gerade überstandenem Schlaganfall mitten im Hochsommer in die Vorbereitungen für eine Karnevalssitzung zu stürzen. Außerdem hat sein Onkel Heinz neben dem Alkohol auch noch ein Wett-Problem. Als aber feststeht, dass die Chefin des Saunaclubs ausgerechnet den Vizepräsidenten des Festkomitees Kölner Karneval der Tat im Saunaclub beschuldigt und das Festkomitee bestens über die regelmäßigen Besuche des Vizeprsidenten unterrichtet ist, wird der Fall hochpolitisch und nimmt Löhrs Aufmerksamkeit und Scharfsinn ganz in Anspruch.

(Quelle: Klappentext, Emons Verlag)

Über den Autor

Peter Meisenberg, Jahrgang 1948, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik. Seine schriftstellerische Laufbahn begann er 1981 mit dem Schreiben von Essays, Features und Hörspielen, unter anderem für den WDR. Er lebt als freier Autor in Köln.

(Quelle: Emons Verlag)

Buch gelesen und bewertet von Svenja Fink

„Meine Name ist Svenja Fink. Man kennt mich, wie sollte es auch anders sein, durch die Fastnacht. Ich trainiere seit einigen Jahren mit Unterstützung das Hofballett Dieburg unseres geliebten KVD. Der Dieburger Fastnacht bin ich allerdings schon seit meiner Kindheit treu und mit der Kinder- und Jugendgarde unter Elke Klenk groß geworden. Meine Brötchen verdiene ich als Umweltingenieurin bei der HIM GmbH in Biebesheim.

Bei der Fastnachtskrimiaktion von Berti mache ich mit, da Lesen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist und Berti mich auf so nette Art gefragt hat, dass ich gar nicht Nein sagen konnte. Ihm möchte ich zu dieser schönen Idee gratulieren und weiterhin viele fleißige Leser und Leserinnen wünschen“.

Wie findet Svenja das Buch?

„Das Buch hat 175 Seiten und ist eine angenehme Lektüre für nebenbei. Es hat einen flachen Spannungsbogen und konnte mich nicht wirklich fesseln. Zu Beginn war es nicht leicht zu folgen, da die Charaktere nicht vorgestellt wurden und wenn man die beiden vorausgegangenen Teile nicht gelesen hat, muss sich erst zurecht gefunden werden.

Es beginnt auf einem Familienfest von Kommissar Löhr, dem Protagonist, womit direkt herausgestellt wird, welche Themen im Vordergrund stehen. Die Handlung umspielt hauptsächlich die aktuellen Familienprobleme von Kommissar Löhr. Dabei handelt es sich um das Alkoholproblem seines Onkels Heinz und das karnevalistische Fieber seiner Mutter. Löhr versucht das gesamte Buch diese beiden Probleme zu lösen, wodurch der eigentliche Kriminalfall etwas an die Seite gedrängt wird.

Vor einem sogenannten „Saunaclub“ wird eine Frau niedergeschlagen aufgefunden und auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht. Kommissar Löhr und sein Kollege Esser sollen diesen Fall aufklären. Da der letzte Besucher der Dame ein Mitglied des Festkomitees Kölner Karnevals ist, gibt es auch hier Berührungspunkte mit der Fastnacht. Entschuldigung – in Köln heißt es ja Karneval…

Kommissar Löhr hat interessante Ansätze, das Alkoholproblem seines Onkels Heinz in die richtigen Bahnen zu lenken, wobei es ihm leider nicht so gut gelingt. Da seine Mutter erst einen Schlaganfall überstanden hat, ist Löhr in heller Aufregung bezüglich des karnevalistischen Engagements seiner Mutter. Sie bereitet eine Büttenrede vor und trainiert fleißig beim Stippeföttchetanz mit. Hierbei handelt es sich um einen Tanz, bei dem die Garden aus dem Rheinland ihre Hintern aneinander reiben. Kommissar Löhr versucht seiner Mutter diese anstrengenden Vorbereitungen im Hochsommer auszureden. Allerdings ohne sonderlich großen Erfolg.

Durch das Verhör des ersten Vorsitzenden des Festkomitees Kölner Karneval bekommt man einen kleinen Einblick in die Struktur dieses Vereins. Er ist mit dem unseren, dem KVD, nicht wirklich zu vergleichen. Der erste Vorsitzende besitzt ein eigenes Büro mit eigener Sekretärin. Beruflich sind seine Belange sehr eng mit dem Karneval verstrickt sind, da er einen Verlag sowie eine Werbeagentur besitzt. Im Grunde profitiert er auf beruflicher Ebene von seinem Amt. Dies sind allerdings die einzigen Schilderungen zu dem Kölner Karneval und ihrem Karnevalverein.

Das Buch ist eine seichte Entspannung ohne großen Aufreger für den Ausklang eines Tages. Der Fall wird am Ende auf unspektakuläre Weise gelöst. Wer sich allerdings erhofft hat, mit diesem Buch etwas mehr über den Kölner Karneval zu erfahren, den muss ich leider enttäuschen. Ich wünsche trotzdem allen Lesern viel Spaß dabei“.


Vorschau: Am 11.5.2018 stellt Stefan Mann „Der Schoppenfetzer und der Narrenwein“ von Günter Huth vor

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