Ute Gelfort hat "Printenprinz" gelesen und bewertet

„Printenprinz“ – Buchvorstellung (4)

Von Mai 2017 an stellen Leser jeweils zum 11. eines Monats einen fastnachtlichen Krimi auf dieser Website vor. Heute Ute Gelfort (Foto) und „Printenprinz“.

Printenprinz
Autor: Kurt Lehmkuhl
Gmeiner-Verlag GmbH
Erscheinungsjahr 2013
340 Seiten
ISBN 978-3839214329
Erhältlich in der Stadtbibliothek Dieburg: Krimi-Regal, ZK /64 293 Lehm

Inhalt

Ne Printe als Prinz! Der pensionierte Kommissar Rudolf-Günther Böhmke muss sein beschauliches Eifeldorf Huppenbroich verlassen, um den Mord an Peter von Sybar aufzuklären. Der betuchte Printenproduzent aus Aachen sollte Prinz der klammen Jecken in Köln werden. Ist der Mörder im karnevalistischen, beruflichen oder privaten Umfeld zu suchen? Böhmke ermittelt im Trubel der fünften Jahreszeit und erhält dabei erstaunliche Einblicke hinter die Kulissen des närrischen Brauchtums …

Über den Autor

Kurt Lehmkuhl ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Geboren wurde er 1952 in der Nähe von Aachen (Übach-Palenberg). Er studierte Jura an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität in Bonn. Heute lebt er in Erkelenz, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit 1982 ist er als Redakteur beim Zeitungsverlag Aachen angestellt; von 1986 bis 2004 war er Lokalleiter der Erkelenzer Volkszeitung, seitdem ist er Redakteur der Heinsberger Zeitung. 18 Kriminalromane und mehrere Kriminalgeschichten entstammen seit 1977 seiner Feder; zunächst waren sie nur als Geschenke für Freunde gedacht.

Seine Veröffentlichungen handeln unter anderem von lokalen Ereignissen im Köln-Aachener Raum, dem umstrittenen Braunkohletagebau Garzweiler, dem Aachener Karlspreis oder der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst.

Kurt Lehmkuhl ist Mitglied des „Syndikats“, einer Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren.

(Quelle: Gmeiner-Verlag GmbH)

Buch gelesen und bewertet von Ute Gelfort

„Mein Name ist Ute Gelfort (Foto), ich bin dieses Jahr 60 Jahre geworden, bin verheiratet mit dem Fotografen Thomas Gelfort, und Mutter zweier Töchter: Sara-Julia und Johanna (an Rosenmontag geboren und Tanzmädel der Dieburger Prinzengarde). Seit Juli bin ich stolze Oma von Felix.

Ich bin im Rheinland geboren, kannte bis zu unserem Umzug vor über 30 Jahren nach Klein-Zimmern und Dieburg nur das rheinländische „Helau“, die Altweiberfastnacht, die Rosenmontagszüge in Köln und Mainz, und verbringe die Fastnachtszeit heutzutage hauptsächlich mit Bring- und Abholdiensten meiner zwei “Fastnachtsverrückten“.

Von Beruf bin ich Diplom-Sozialarbeiterin und Inklusionspädagogin und arbeite mit Kindern im Alter von 1-6 Jahren. Meine Hobbies sind meine Familie, meine Orchideen und das Lesen. Ich lese sehr gerne und an vielen Orten; Bücher liegen zuhause überall, im Auto und auf der Arbeitsstelle. Ich lese ganz unterschiedliche Bücher, sie müssen interessant sein, etwas Neues bieten oder mich ansprechen. Tun sie das nicht, und das merke ich sehr schnell nach den ersten Seiten, kann es sein, dass das Buch im Regal verschwindet. Ich muss meine Bücher „besitzen“, weil ich oft mit Randnotizen lese.

Einen Fastnachtskrimi hatte ich noch nie gelesen. Von daher finde ich die Idee von Berti Grimm toll. Zudem spielt “Printenprinz“ im Rheinland und das verbindet und ruft liebe Erinnerungen an die alte Heimat hervor.

An der Buch-Lese-Aktion „Fastnachtskrimi“ von Berti Grimm beteilige ich mich deshalb gerne, weil er mit ganz viel Herzblut eine tolle Fastnachts-Internetseite das ganze Jahr über aktuell hält und das völlig ohne Eigennutz, weil er für mich der “Button-Macher“ of the World ist und weil er zudem so viele tolle Ideen hat, wie diese Leseaktion von Fastnachtskrimis, die man einfach unterstützen muss“.

Wie findet Ute „Printenprinz“?

Ein Aachener soll Prinz in Köln werden, einer Hochburg im Rheinland! Für Anhänger der Kölner Fastnacht ist dies ein Unding. Aber die Kölner brauchen eine Finanzspritze und dann ist es wie im richtigen Leben: Die Traditon geht flöten zu Gunsten von Vorteil und Eigennutz. Ausgerechnet ein Printenproduzent aus Aachen hat das nötige Kleingeld, um den Kölnern unter die Arme zu greifen. Doch kurz vor der Proklamation stirbt der Unternehmer durch einen Steinwurf von einer Autobahnbrücke. Ging es den Karnevalisten aus Köln doch zu sehr gegen die karnevalistische Ehre?

Obwohl “Printenprinz“ bereits der 5. Krimi aus Kurt Lehmkuhls Reihe um den pensionierten Ex-Kommissar Böhnke ist, hatte man beim Lesen nicht das Gefühl, dass Informationen aus den früheren Krimis, die ich nicht kenne, notwendig gewesen wären.

340 Seiten spannende Unterhaltung, teils ironisch, teils zum Schmunzeln geschrieben, alle Charaktere detailliert beschrieben, sodass sie sich gut voneinander zu unterscheiden waren, was bei der Vielzahl der vorkommenden Figuren sehr hilfreich war. Die einzelnen Erzählstränge sind gut miteinander verbunden.

“Printenprinz“ ist ein Krimi, der sich zu lesen lohnt, weil er aufzeigt, wieviel Ernst hinter der doch eigentlich lustigen Karnevalszeit steckt, und dass es auch hier mehr um Macht und Geld geht, als um den eigentlichen Spaß an der Freude.

Kurt Lehmkuhl hat es geschafft, die verschiedenen Seiten des Karnevals zu beleuchten, ohne den Karneval an sich schlecht zu reden. Er schafft es, mit einer gekonnten Mischung aus Erzählung, Spannung, schnörkelloser Sprache, Lokalkolorit, rheinischem Humor und Aktualität zu begeistern.

(Foto: Thomas Gelfort)


Vorschau: Am 11.9.2017 stellt Monika Dahmen den Krimi „Mord im Elferrat“ von Dorit Schatz vor

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