Eva Dick hat "RosenmonTod" gelesen

„RosenmonTod“: Fastnachtskrimi aus Mainz – Buchvorstellung (14)

Seit Mai 2017 stellen Bücherwürmer jeweils zum 11. eines Monats einen fastnachtlichen Krimi auf dieser Website vor. Heute ist Eva Dick (Foto) an der Reihe. Sie hat „RosenmonTod“ gelesen.

RosenmonTod – Fassenachtskrimi aus Mainz
Autorin Claudia Platz
Rhein-Mosel-Verlag
Erscheinungsjahr 2002
196 Seiten
ISBN 978-3898011099
Erhältlich in der Stadtbibliothek Dieburg: Krimi-Regal, ZK/66 102 Plat

Inhalt

Fassenacht in Mainz, die fünfte Jahreszeit, Ausnahmezustand für Närrinnen und Narrhallesen. Luzia, engagierte Büttenrednerin, möchte für ihr Leben gern in der „Bütt“ eines renommierten Karnevalvereins stehen. Aber trotz aller Bemühungen lässt man sie eiskalt abblitzen. Als sich in einer großen Mainzer Korporation tragische Todesfälle häufen, glaubt jeder an eine Verkettung von unglücklichen Zufällen. Nur der „Fastnachtsreporter“ Edgar Frentz ist davon überzeugt, dass hier eine mörderische Hand im Spiel ist. Keiner will ihm glauben, bis schließlich die Kampagne am Rosenmontag ihrem Höhepunkt entgegenstrebt…

(Quelle: Klappentext, Rhein-Mosel-Verlag)

Über die Autorin

Claudia Platz wurde 1962 in Ludwigshafen am Rhein geboren und wuchs in Mainz auf. Nach dem Abitur machte sie zunächst eine Ausbildung zur Medizinisch Technischen Assistentin (MTA) und studierte anschließend Anthropologie, Ethnologie und Philosophie. Danach war sie im Bereich Sportförderung für Kinder und Jugendliche tätig.

Seit 2001 arbeitet sie als freiberufliche Autorin und schreibt vornehmlich Kriminalromane, die in Mainz spielen. Inspiriert von ihrem Vater, der Kriminalkommissar bei der Mordkommission war, erschien 2001 mit „Der Lubberer“ ihr erster Roman, der die Aufklärung eines Doppelmordes aus den 1970er Jahren beschreibt. Es folgten weitere Krimis. In „RosenmonTod“ behandelt sie ein ganz besonders mainzerisches Thema: die Fassenacht. 2008 erschien zudem ihr erster historischer Kriminalroman „Die falschen Caesaren“, der zur Zeit des Kaisers Tiberius spielt.

Claudia Platz ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und lebt in Gau-Bischofsheim, wo sie täglich acht bis zehn Stunden an ihren neuen Romanen arbeitet.

(Quelle: Histo-Couch.de)

Buch gelesen und bewertet von Eva Dick

„Ich bin Eva Luise Dick, komme ursprünglich aus Bad Vilbel, bin aber seit 19 Jahren in Dieburg zuhause und von unserem Städtchen immer wieder fasziniert. Die Traditionen und Feste rund um die Fastnacht sind dabei Highlights für mich: Die Umzüge von Groß und Klein, das Feiern auf der Straße und – wenn ich eine Karte ergattern kann – der Besuch einer Sitzung begeistern mich jedes Jahr aufs Neue. Das Geld für Punsch und Kräppel verdiene ich als Lehrerin an der Goetheschule. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie, ansonsten gerne draußen in der Natur oder lesend im Bett, ein Faible für Tiere habe ich außerdem.

Bei der Bücheraktion bin ich dabei, weil ich die Idee klasse finde und sowohl Bücher als auch die Fastnacht liebe – für mich eine unwiderstehliche Kombination“.

Wie findet Eva „RosenmonTod“?

„Das schöne Mainz, nicht weit von hier und fastnachtsverrückt wie Dieburg, ist Schauplatz einer Serie von Morden bzw. Mordversuchen. Diese werden so geschickt inszeniert, dass zunächst kaum der Verdacht auf ein Verbrechen aufkommt.

Der Leser verfolgt die Ereignisse aus der Perspektive einer jungen, ehrgeizigen Büttenrednerin, deren Lebenstraum es ist, Stammrednerin im angesehensten Fastnachtsverein der Stadt zu werden. Doch sie scheitert an der Ignoranz und dem Sexismus der dort tonangebenden Männer. Wie durch diese Erfahrung aus einer ausgeglichenen, auf Harmonie bedachten Frau eine verbissene Rächerin wird, ist auf 196 Seiten stilistisch recht ansprechend und lebendig festgehalten. Besonders spannend wird es, als ein Reporter Verdacht schöpft, sie aber dennoch am Rosenmontag vor laufender Kamera ihr „Meisterstück“ vollbringen will.

Das Buch ist eine locker-leichte Lektüre, besonders viele Parallelen zur Dieburger Fastnacht finden sich aber glücklicherweise nicht. Und die Verwandlung einer sanftmütigen Frau zur eiskalten Mörderin ist meiner Meinung nach nicht wirklich überzeugend geschildert. Gern gelesen habe ich es dennoch, auch weil die Geschichte bis zum Schluss mit unvorhersehbaren Wendungen überrascht. Für „Messfremde“ (Nichtmainzer) ist zum besseren Verständnis ein Glossar angefügt.

Wen psychologische Ungereimtheiten nicht übermäßig stören, der wird ‚Rosenmontod‘ mit Vergnügen lesen.


Vorschau: Am 11.7.2018 stellt Christel Ludwig „Rosenmordtag in Dottendorf“ von Inge Lempke vor

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